Pressemitteilungen

Leser*brief zu Artikel ‚Manfred Hübner klagt gegen Corona – Anordnungen‘ NNP 13.01.2021

COVID-Leugner ein harmloser, besorgter Mitbürger?

Während Ärzte, Krankenschwestern, Pflegerinnen und Pfleger bis zur Erschöpfung arbeiten um den an COVID 19 erkranken Patienten zu helfen und versuchen Leben zu retten, versteigt sich Herr Hübner zu wilden Theorien, verharmlost das Virus und seine Folgen und will, in Unkenntnis von Zuständigkeiten, Kommunalpolitiker zur Verantwortung ziehen. Ja er brüstet sich damit alle Regeln mit Absicht übertreten zu haben.
Während täglich auch im Landkreis Menschen einen COVID 19-Tod sterben sind Herr Hübners Ausführungen eine „bodenlose Frechheit“! Er verlangt den Rücktritt derjenigen Menschen, die sich seit Monaten bemühen diese weltweite Pandemie vor Ort den Griff zu bekommen. Herr Hübner beschwert sich über angeordnete Maßnahmen und fühlt sich in seinen Grundrechten beschnitten, dabei hatte Herr Hübner am vergangen Samstag noch zu einer Demonstration in LM aufgerufen, die er auch durchführen konnte.
Eindeutig bewertet Herr Hübner Menschenleben geringer als eine Einschränkung von Ausflügen in den Schnee. Sein Aufruf zur Teilnahme an der Demonstration ging auch über die rechtsextreme Programmgruppe des Verschwörungstheoretikers Attila Hildmann!
Hier mischt sich eine Nähe zu rechtem Gedankengut und Populismus und er versteigt sich sogar in einem Facebook Post dazu die Impfaktionen in den Senioren- und Pflegeeinrichtungen mit Euthanasieverbrechen im 3. Reich zu vergleichen.


Jutta Lippe,
Gretel Hölzer,
Katerina Dolke
Sabine Häuser-Eltgen,
Sebastian Wendt


WIR SIND MEHR
gegen Rechtsextremismus
für DEMOKRATIE und TOLERANZ
mailto:j.lippe@wirsindmehr-limburg.de

Wieder ein Anschlag auf einen Menschen jüdischen Glaubens

Am vergangenen Sonntag (4. Oktober 2020) kam es zu einem Anschlag vor der Synagoge in Hamburg. Ein 26Jähriger schlug einen anderen Mann, der gerade mit der Kippa auf dem Kopf die Synagoge besuchen wollte, mit dem Klappspaten brutal nieder. Die Polizei wertet diesen Angriff als einen rechtsextremistischen Mordversuch, unter anderem auch deshalb, weil in seiner Hosentasche eine Abbildung eines Hakenkreuzes gefunden wurde. Das Ganze passierte ungefähr ein Jahr nach dem verheerenden Anschlag auf die Synagoge in Halle. Die Motivlage ist noch nicht restlos geklärt, da muss man weitere Ermittlungen abwarten. Fest steht jedoch, dass es in Deutschland einen wachsenden Antisemitismus gibt, dass die verbale Gewalt im Internet und auf den Plätzen des ganzen Landes zunimmt. Diese verbaleGewalt folgt, wie man innerhalb nur eines Jahres beobachten kann, eben auch die ausgeübte, physische Gewalt, die sich in Anschlägen wie in Halle und jetzt in Hamburgoffenbart. Ob es sich tatsächlich „nur“ um einen verwirrten Einzeltäter handelt, ist noch nicht klar. Philipp Stricharz, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Hamburg drückte esnach dem Anschlag so aus: „Wenn Millionen Menschen mit so einem Hass berieselt werden, dann wird sich immer ein verwirrter Einzeltäter finden, der so eine Tat begeht.“Für „Wir sind mehr gegen Rechtsextremismus für Demokratie und Toleranz“ ist die Gewalt gegen Jüdinnen und Juden nicht hinnehmbar. Wir halten es für unerträglich, dass auch 75 Jahre nach Beendigung des Holocaust Menschen jüdischen Glaubens verängstigt in ihre Synagogen gehen und nicht in Frieden und Sicherheit ihren Glauben ausüben können. Der fehlende Schutz durch die Polizei ist die eine Sache. Dass dieser Schutz benötigt wird, ist die eigentliche Katastrophe. So stehen wir solidarisch an der Seite derer, die unter einerrechtspopulistischen bis rechtsextremen Stimmung leiden und nicht offen, frei und ohne Angst ihre Religion ausüben können. Auch in Limburg und Umgebung gibt es Jüdinnen und Juden, ihnen sei versichert, dass wir eng an ihrer Seite stehen. Schalom Sebastian Wendt

Klappstuhlsession gegen Rassismus

Schnapp dir den Klappstuhl und mache mit gegen Rassismus
„Es wird immer gefährlicher, sich gegen Rechtsradikalismus zu engagiere“ titelte die Frankfurter Rundschau am 10. Juli, Die Gewalttaten mit rechtsextremistischen Hintergrund nahmen laut Verfassungsschutzbericht in Hessen um sage und schreibe 24 % im Vergleich zu 2019 zu. Daneben gab es durch die Anschläge von Halle und Hanau und die Ermordung des Kassler Regierungspräsidenten Lübcke. All dies sind leider genug Anlässe sich gegen eine im Kern menschenverachtende Ideologie und Menschen, die sie in die Tat umsetzen, zu wenden.
Hinzu kam in den USA noch die Ermordung von George Floyd. Auch der eher zunehmende Alltagsrassismus, der unter anderem durch die Hassreden von AfD – Politikerinnen und Politiker in den Parlamenten geradezu hoffähig gemacht wird, sollte all diejenigen mobilisieren, die sich für eine tolerante und von gegenseitigen Respekt gekennzeichnete Gesellschaft engagieren.
Der im letzten Jahr gegründete Verein „Wir sind mehr“ – Limburg-Weilburg e.V. wollte auch in diesem Jahr mit einer größeren Veranstaltung auf dem Europaplatz ein Zeichen für Demokratie, Toleranz und gegen Rechtsextremismus setzen. Die Corona Pandemie machte die Planungen jedoch zu Nichte. Nach längeren Überlegungen fasste man den Entschluss: gerade nach der Coronapause und nach den Vorfällen der letzten Zeit müssen wir uns zeigen!
„Sichtbar etwas für Toleranz, Demokratie, Vielfalt und Respekt zu tun, ist im Moment enorm wichtig“, so die beiden Vorsitzenden, Jutta Lippe und Sebastian Wendt übereinstimmend, „weckducken geht gar nicht“ ergänzt Gretl Hölzer auf einer gemeinsamen Sitzung. Man brachte also ein neues Konzept und das Vorstandsmitglied Simon Lissner hatte dann die zündende Idee: „lasst uns doch ein Klappstuhl – Event auf dem Europaplatz veranstalten! – ohne große Bühne, einfach so, eben mit den vorgeschriebenen Abstandsregeln“. Spontan waren alle begeistert.
Unter dem Titel „Klappstuhl Event gegen Rassismus“ wird am Samstag, dem 5. September auf dem Europaplatz in Limburg ab 11.30 – ca. 14.00 Uhr eine Überraschungsveranstaltung unter Beibehaltung der Coronabestimmungen stattfinden. Verschiedene Bands, Redner(innen) und andere Beiträge haben bereits ihre aktive Unterstützung zugesagt. Wie im letzten Jahr hat Limburgs Bürgermeister, Herr Dr. Marius Hahn auch hier die Schirmherrschaft übernommen.
Jeder kann mit einer Sitzgelegenheit kommen, es muss nicht zwangsläufig ein Klappstuhl sein. Natürlich können auch mehrere einer Familie oder einer Wohnungsgemeinschaft den markierten Platz teilen und sich überraschen lassen. Eine freiwillige finanzielle Unterstützungen ist erwünscht. Man sollte gute Laune mitbringen und Lust haben, sich überraschen zu lassen.
Finanziell unterstützt wird die Veranstaltung durch „Demokratie leben“, eine vom Bund unterstützte Organisation, die bereits im letzten Jahr einen wesentlichen Teil der Finanzierung getragen hat.
Erstmals wird das Event per Livestream im Internet übertragen. Später kann man sich die Veranstaltung auch über die Internetseite von Wir sind mehr wird in Ruhe zu Hause anschauen.
„Wir sind mehr“ freut sich auf Ihre Unterstützung !
Sebastian Wendt

Livestream unter: https://digitalkiez.de/wir-sind-mehr/

69 Drohmails mit rechtsextremistischem Inhalt

69 Drohmails mit rechtsextremistischem Inhalt, die an 27 Personen und Institutionen gingen, sind vermutlich nur die Spitze eines Eisbergs rechter Gesinnung. Sie lassen keinen Zweifel daran, dass die Absender dieser Mails nicht nur Angst und Schrecken verbreiten wollen, sondern auch bereit sind, ihre Drohungen in die Tat umzusetzen. Das haben sie in der Vergangenheit auf vielfältige und grausame Art bewiesen.
Es ist empörend, dass im Zusammenhang mit drei Mails gegen engagierte Frauen deren private Daten illegal von hessischen Polizeicomputern abgerufen werden konnten. Dieser Sachverhalt ist bis heute nicht geklärt. Es wird gezielt versucht, Frauen des öffentlichen Lebens zu verunsichern und zu terrorisieren. Die Drohmails an die Rechtsanwältin Seda Basay Yildiz ist mittlerweile 2 Jahre alt. Die Linke-Politikerin und Fraktionschefin Janine Wissler wird seit Monaten unter dem Absender „NSU 2.0“ mit dem Tode bedroht.
Im Fall der Kabarettistin Idil Bayar vernahm die Staatsanwaltschaft Frankfurt erst 6 Monate später den zum Zeitpunkt der Datenabfrage diensthabenden Polizisten als Zeugen, nicht als Verdächtigen. Das ist inakzeptabel und nicht nachvollziehbar. Nicht nur können so Spuren verwischt und vernichtet werden, es lässt auch die Vermutung rechtsextremer Netzwerke in Polizei und Justiz zu. Die schließt der hessische Innenminister Beuth mittlerweile selbst nicht mehr aus.
„Was muss denn noch alles passieren, um zu beweisen, dass der Staat auf dem rechten Auge blind ist?“ fragt Wolfgang Schroeder, Politikprofessor in Kassel in der taz.

Wir vom Verein „Wir sind mehr“ stellen uns gegen jede Form von Rechtsextremismus und Rechtspopulismus und fordern daher eine rückhaltlose Aufklärung und Sicherstellung, dass so etwas nie wieder passiert, denn rechte Netzwerke in den Reihen der Polizei gefährden unsere Demokratie.
Gretel Hölzer
für den WSM-Vorstand



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2019-05-27 Weilburger Tageblatt
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2019-04-09 NNP
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