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  Der Jahrestag, der an die Befreiung des KZ Auschwitz erinnert, ist der Rahmen, den die Veranstalter ganz bewusst für dieses außergewöhnliche Event wählten. Am Donnerstag, dem 27. Januar 2022, begrüßt die Peter-Paul-Cahensly-Schule den Direktor des Museums von Eintracht Frankfurt, Herrn Matthias Thoma. „Dieser Termin ist geeignet, sich mit den Schicksalen der jüdischen Mitglieder des Traditionsvereins auseinanderzusetzen“, so Sebastian Wendt, selbst Lehrer an der PPC und Organisator der Gedenkstättenfahrten an der Schule. Es geht dabei um die persönlichen Schicksale der jüdischen Mitglieder vor, während und nach dem Nationalsozialismus. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die von heute auf morgen nicht mehr Teil einer ihnen vertrauten Gemeinschaft waren. Es geht auch darum, einen Anstoß zu geben, sich in weiteren Vereinen mit diesem Teil der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen.   Die Veranstaltung findet im Rahmen der Vorbereitung einer Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald und Weimar statt, an der sich 22 Schüler*innen der PPC beteiligen. Offizieller Träger der Fahrt ist der Verein „Wir sind mehr gegen Rechtsextremismus für Demokratie und Toleranz Limburg-Weilburg e.V.“. „Wir wollen die Veranstaltung nutzen, um die Zusammenarbeit mit der PPC ganz offiziell zu machen und um sie zukünftig zu vertiefen“, so Eileen Glienke, die Vorsitzende des Vereins.   Bei der auch für die Öffentlichkeit zugänglichen Präsentation von Matthias Thoma wird er davon berichten, wie es den jüdischen Mitgliedern erging, als sie 1933 vom Vereinsleben ausgeschlossen wurden.   Welche Rolle spielten sie vorher? Wie konnte es möglich sein, dass andere Vereinsmitglieder ihren Ausschluss mittrugen? Gab es danach noch Kontakte? Wie ging man nach dem 2. Weltkrieg mit den Überlebenden um – wie mit diesem Teil der Vereinsgeschichte? Fragen, mit denen sich der engagierte Buchautor bereits in seinem 2007 erschienenen Buch „Wir waren die Judenbube“ befasst. Seitdem hat es viele Kontakte, Gespräche und Aktionen gegeben, die vorgestellt werden.   „Wir als Schulgemeinschaft an der PPC halten es für sehr bedeutsam, dass eine solch wertvolle Erinnerungsarbeit eines traditionsreichen Bundesligavereins an unserer Schule präsentiert wird. Mit dem Verein „Wir sind mehr“ haben wir für die Durchführung der Gedenkstättenfahrten einen geeigneten Partner gefunden, mit dem wir dauerhaft zusammenarbeiten wollen“, so der Schulleiter der PPC, Herr OStD Detlef Winkler. „Für uns an der PPC ist diese Veranstaltung ein Teil des Konzeptes „Schule ohne Rassismus“, welches wir seit einigen Jahren immer wieder neu mit Leben erfüllen“ so Winkler weiter.   Für die Jugendlichen an der Schule sei es sicherlich eine wichtige Erkenntnis, dass ein Bundesligaverein, der jede Woche von seiner positiven Seite in den Medien präsent ist, sich eben auch mit dem dunkelsten Aspekt seiner Vereinsgeschichte auseinandersetzt und die Menschen nicht vergisst.   Die Veranstaltung wird am Donnerstag, dem 27.1.22 um 19.00 Uhr gestreamt:

Foto: Eintracht – Jugendliche vor dem Sportplatz am Riederwald, 1936       (Titelbild des Buches „Wir waren die Judebube“ Eintracht Frankfurt in der NS-Zeit, Matthias Thoma, Verlag die Werkstatt, Frankfurt, 2007)       Die Veröffentlichung wurde von Matthias Thoma autorisiert.